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Warum Erwachsene Teddybären sammeln

"Der Teddybär ist erwachsen geworden"

Dr. Ursula Hermann

mit dem von ihr entworfenen Papstbären Benedikt XVI.

Von Dr. Ulla Hermann, Geschäftsführerin der Hermann Spielwaren GmbH, Coburg

Seit es ihn gibt, ist die Liebe zum Teddybären uns im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt worden. Nicht selten ist der Teddybär das Spielzeug, zu dem Kinder ihre erste, eigene Beziehung aufbauen, die oft ein Leben lang Bestand hat. Von der ersten Begegnung unterm Weihnachtsbaum an muss er trösten und zuhören, Freund und Begleiter sein. Mit seinem weichen, zum Schmusen animierenden Fell auf der einen Seite und seinem bärenstarken Aussehen andererseits erfüllt er, wie kein anderes Spielzeug, die seelischen Grundbedürfnisse nach Wärme, Liebe und Geborgenheit. Er gibt Sicherheit, weckt aber gleichzeitig auch Beschützerinstinkte. Zweifelsohne steckt in einem Teddybär nicht nur Holzwolle, sondern auch ein kleiner Psychologe.

Wen wundert es da, dass viele Menschen sich diese kindlich-leidenschaftliche Hingabe zum Teddybären bis ins hohe Erwachsenenalter hinein bewahren. Manche von ihnen sehen im Teddybär einen der letzten, ruhenden Gegenpole zu unserer sich ständig neu orientierenden, hochtechnologisch organisierten Zeit. Diese vom Alter losgelösten Gefühle, die ein Teddybär durch seine Ausstrahlungskraft wachruft, bewirken, dass immer mehr Erwachsene unabhängig von ihrem gesellschaftlichen, beruflichen oder privaten Umfeld danach streben, sich mit Teddybären zu umgeben. Nicht wenige beginnen damit, Teddybären regelrecht zu sammeln.

Hinzu kommt die ungeheuer große Artenvielfalt, in der sich der Teddybär heute präsentiert. Nicht zuletzt ist hierin auch einer der wesentlichen Gründe zu sehen, die nicht nur den Teddybär in persona, sondern vor allem auch das Sammeln von Teddybären so faszinierend machen. Wie kaum ein anderes Spielzeug hat es der Teddybär verstanden, den jeweiligen Zeitgeist in seinem Erscheinungsbild einzufangen. Durch die tausendfältigen Handschriften seiner Designer aus einem vollen Jahrhundert Teddybärengestaltung zeigt sich der Teddybär heute in einer überwältigenden Vielzahl von zum Teil kunstvoll wiedergegebenen Darstellungsformen.

Der Teddybär ist zur Kultfigur geworden. Dabei sind ihm moderne Kommunikationsmedien, wie Internet oder Electronicmails, ebenso vertraut wie Werte und Traditionen. Aus diesem Grund ist der Teddybär nicht etwa ein Relikt aus einer längst vergangenen Kinderzeit, von dem man glaubt, dass er einer älteren Generation hilft, vergessene Kindheitsträume zurückzugewinnen. Ganz im Gegenteil, immer mehr junge, moderne, voll im Leben stehende Erwachsene entdecken den Teddybär für sich wieder neu und suchen nach ihm. Das Sammeln von Teddybären ist ein durch und durch anspruchsvolles Hobby, das Tradition, Kultur und Moderne in einer einmaligen Symbiose miteinander vereint. Der Teddybär repräsentiert Werte und Wandel gleichermaßen, Eigenschaften, mit denen sich heute mehr denn je Generationen jeden Alters identifizieren.

Wenn auch der Teddybär nach wie vor zu den ganz wenigen, wirklich wichtigen Spielsachen gehört, mit denen ein Kind in jedem Fall aufwachsen sollte, so ist er dennoch heute vor allem auch als ein ernsthaftes, zum Teil hochdotiertes Sammlerobjekt zu sehen. Durch seinen historischen Hintergrund befriedigt er kulturelle Ansprüche ebenso, wie seine unterschiedlichen Darstellungsformen Sammlerleidenschaften wecken. Wer sich als Erwachsener mit Teddybären beschäftigt, wird schnell merken, dass er sich auf einer reizvollen AbenteuerReise befindet, die faszinierende Erlebnisse bereithält. Der Teddybär ist im Verlauf seiner 100-jährigen Geschichte erwachsen geworden - und dies im wahrsten Sinne des Wortes.

Auszug aus dem "Hermann Collectors' Guide", Coburg 2002.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der
Hermann Spielwaren GmbH, Coburg.